Lange Zeit hat man zu ihnen aufgeblickt, sie bewundert – und mitunter auch kritisiert. Sie waren immer stark, unsterblich sogar, die eigenen Eltern. Doch der Tag wird kommen, da werden sie alt und vielleicht auf Hilfe angewiesen sein.

 

Die eigenen Eltern mit Rollator zu sehen ist für viele befremdlich. Schließlich ist es – empfunden – noch gar nicht lange her, dass diese nun zerbrechlichen Hände einen fest umschlossen nach oben hoben. Sie vermittelten ein Gefühl der Sicherheit, wie sonst nichts im Leben danach. Doch mit den Jahren sind die Kraft und oft auch die Klarheit des Denkens geschwunden. Was wenn Eltern Pflege brauchen und Kosten dafür anfallen?

 

Was bezahlt die Pflegekasse?

Die Frage der Kosten ist immer auch eine Frage der Gesundheit. Diese reicht (für die Kasse) von weitgehend selbständig Hilfsbedürftigen (Pflegegrad 1) bis hin zum Menschen, die in ihrer Selbständigkeit schwer beeinträchtig sind, etwa durch Bettlägerigkeit, aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten (Demenz) oder der Psyche (Depressionen). Die Krankenkassen lassen vom Medizinischen Dienst Gutachten erstellen, wie pflegebedürftig eine Person ist. Die Leistungen der Pflegekasse staffeln sich dann nach fünf Pflegegraden. Für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim reichen die Zuschüsse aktuell von 770 (Pflegegrad 2) bis 2.005 Euro (Pflegegrad 5) pro Monat.

 

Was kostet Pflege?

Die Deutsche Seniorenstift Gesellschaft rechnet bei einer vollstationären Pflege bei Pflegestufe 3 durchschnittlich mit Pflegekosten von insgesamt 2780 Euro pro Monat. Der Zuschuss der Pflegekasse beträgt dabei 1262 Euro, womit ein monatlicher Eigenanteil von 1518 Euro bleibt, der von der Rente getragen werden muss. Wenn diese nicht ausreicht, wird zunächst vorhandenes Vermögen der Eltern zur Finanzierung der Pflegekosten herangezogen, zum Beispiel das elterliche Haus. Wie lange es dauert, bis das Haus aufgezehrt ist? In Braunschweig „reicht“ ein 120-qm-Haus gut zehn Jahre fürs Heim, so Spiegel Online.

 

Unterhaltspflicht der Kinder

Sollte auch das Vermögen der Eltern aufgebraucht sein, prüft das Sozialamt, ob nahestehende Personen (Kinder) unterhaltspflichtig sind. Allerdings wird ein „angemessener Selbstbehalt“ angerechnet. Die Nachkommen sollten noch ihr eigenes Leben bestreiten können. Dennoch können auf die Kinder oder auch auf deren Ehepartner Kosten zukommen. Es könnte sich somit lohnen, für diesen Fall ein finanzielles Polster zu bilden. Zum Beispiel summieren sich drei Jahre monatlich 500 Euro Pflegezuschuss immerhin auf die stolze Summe von 18.000 Euro. Ohne die entsprechende finanzielle Vorsorge will so ein dicker Brocken erstmal gestemmt sein.

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