05. Nov 2020 Aktien

Wie Anleger den Coronabörsen die Stirn bieten könnten

Die Märkte schwanken derzeit zwischen Hoffen und Bangen. Zehn Ratschläge, mit denen Anleger besser durch die Krise kommen sollten.

  • Panikverkäufe vermeiden – Angst ist immer ein schlechter Ratgeber.
  • Nicht vergessen, dass Aktien als langfristige Renditequelle in Zeiten der Nullzinspolitik alternativlos erscheinen.
  • Ruhig schlafen mit Fonds, über die sich Risiken besser streuen und Verluste begrenzen lassen können.
6 Minuten Lesezeit

Wer bei Kurseinbrüchen nicht verkauft, schreibt erstmal nur auf dem Papier ein Minus.

Der rapide Anstieg der Corona-Fallzahlen hat die Börsen verunsichert. Immer wieder kommt es zu Rückschlägen an den weltweiten Aktienmärkten. So verlor der deutsche Aktienindex Dax im Verlauf des Oktobers über neun Prozent an Wert. Die Nervosität ist zurück an den Börsen. Und damit die bange Frage, was zu tun ist.

Wertschwankungen an der Börse sind normal

Verluste gehören an der Börse einfach dazu. Entscheidend ist: Solange ein Anleger seine Wertpapiere nicht verkauft, stehen die Wertminderungen erstmal nur auf dem Papier. Oft genug geht es nach einem Rücksetzer wieder aufwärts. So war es auch beim ersten Corona bedingten Einbruch im März dieses Jahres. Damals folgte auf einen sehr heftigen Einbruch eine fast ebenso schnelle Erholung, die viele Börsen wieder in die Nähe alter Höchststände katapultierte. Das bedeutet zwar nicht, dass es jedes Mal so kommt. Aber es zeigt, dass Anleger, die ihr Kapital nicht brauchen, oft gut beraten sind, eine Phase fallender Kurse einmal auszusitzen. „Darüber hinaus können solche Rückschläge für Investoren auch Kaufgelegenheiten sein“, sagt Johannes Müller, Leiter Macro-Research bei der DWS.

Angst ist ein schlechter Ratgeber

Die größten Verluste erleiden Anleger oftmals, wenn sie sich von einer breiten Verkaufswelle in einer Baissephase leiten lassen und in großen Mengen Positionen aus ihren Depots werfen, die bereits große Buchverluste verzeichnen. Sie verpassen dadurch die Chance, einen Teil der Buchverluste bereits kurze Zeit später wieder wettmachen zu können, wenn es zu einer Gegenbewegung kommt. Wer dann wieder einsteigen will, muss meist teurer nachkaufen.

 

Den weiteren Verlauf der Pandemie im Blick behalten

Niemand weiß mit Sicherheit, wann die gegenwärtige Phase der Unsicherheit endet. Jedoch lassen sich einige Faktoren ausmachen, die den weiteren Verlauf maßgeblich mitbestimmen könnten. Dazu gehört allem voran die Entwicklung des Pandemie-Geschehens. Gelingt es, die Ausbreitung des Virus besser unter Kontrolle zu bringen, besteht berechtigter Anlass zu der Hoffnung, dass auch an den Börsen wieder eine Erholung einsetzen könnte. „Zudem könnten positive Nachrichten bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs auch schnell eine kräftige Aufwärtsbewegung auslösen“, sagt Johannes Müller.

 

Es gibt auch gute Nachrichten

Kein Zweifel: die jüngsten Kursverluste angesichts weltweit steigender Corona-Fallzahlen sind Besorgnis erregend. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Viele Unternehmen blicken beispielsweise immer noch, oder wieder, relativ zuversichtlich in die Zukunft. Die Vertrauensindikatoren jedenfalls haben sich bislang nur moderat abgeschwächt. Große sektorweite Negativüberraschungen sind dagegen ausgeblieben. „Es gibt durchaus berechtige Hoffnungen, dass die Schwächeperiode nur von begrenzter Dauer sein wird“, sagt Johannes Müller. Zudem dürften etwa die aktuell von der deutschen Bundesregierung verkündeten Maßnahmen die Wirtschaft weniger breit tangieren als beim Lockdown im ersten Halbjahr.

Langfristig denken

Von Warren Buffet, einer der größten Investmentlegenden unserer Zeit, stammt der Spruch: „Wenn du nicht bereit bist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, solltest du sie auch nicht zehn Minuten besitzen.“ Gerade in turbulenten Zeiten wie diesen könnte es sich lohnen, an diese Worte zu denken.

Kurzfristig kann es an der Börse immer mal wieder zu starken Schwankungen kommen. Um mit der Geldanlage eine gute Rendite zu erzielen, braucht es deshalb manchmal einen langen Atem. Das bedeutet, bei einzelnen Investments müssen Anleger auch einmal Durststrecken durchstehen. Zumindest in der Vergangenheit haben die meisten Börsen selbst große Verlustphasen wieder ausgeglichen. Gute Beispiele dafür sind die hohen Verluste nach dem Platzen der Dot.com-Blase Anfang der Nullerjahre oder die Finanzkrisen von 2007 und 2011.

 

Bei Sparplänen können niedrige Kurse für einen positiven Effekt sorgen

Anleger, die regelmäßig einen festen Betrag in einem oder mehreren Fonds anlegen, können von Wertschwankungen sogar profitieren. Geben die Kurse ihrer Wertpapiere nach, kaufen sie diese günstig zu und drücken damit den durchschnittlichen Einkaufspreis ihrer Geldanlage. Cost-Average-Effekt nennt sich diese Methode, die vor allem für Anleger interessant sein könnte, die langfristig Vermögen aufbauen möchten.

Fondssparen - wie geht das?

Aktiv gemanagte Fonds können das Risiko minimieren

Fonds haben gegenüber Einzelinvestments mehrere Vorteile, die sich häufig gerade in schwierigen Zeiten auszahlen. Da sie aus einem Korb sorgfältig ausgewählter Wertpapiere bestehen, können die Verluste eines einzelnen Wertpapiers oder einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren leichter durch Gewinne an anderer Stelle ausgeglichen werden. Bei der DWS engagieren sich erfahrene Fondsmanager dafür, Verluste für Anleger rechtzeitig zu begrenzen und Risiken zu minimieren.

Wie funktionieren Fonds?

 

Alternativen zu Aktien gibt es – aber auch sie haben Nachteile

In Krisenzeiten ist die Versuchung groß, aus Aktienmärkten auszusteigen und das Geld lieber in vermeintlich sichere Häfen umzuschichten. Doch damit lässt sich in Zeiten von Nullzinsen kaum Rendite erwirtschaften. Im Gegenteil: Wer sein Geld auf dem Girokonto parkt, kann derzeit nicht einmal auf einen Inflationsausgleich hoffen. Die Folge – das Vermögen schrumpft, anstatt zu wachsen. Und auch mit Alternativen wie Anleihen oder Gold ist es unter den gegenwärtigen Marktbedingungen schwierig, verlässliche Renditen zu erwirtschaften. Wer also mit seiner Geldanlage Renditechancen nutzen möchte, und eine gewisse Risikobereitschaft mitbringt, kommt an Aktien kaum vorbei.

Dividendenfonds könnten das Risiko abfedern

Wer sich bei Aktien eine gewisse Minimierung des Risikos wünscht, könnte bei Dividendenfonds fündig werden. Fonds wie der DWS Top Dividende investieren gezielt in Aktien von Unternehmen, die verlässliche Dividendenzahler sein können. In guten Zeiten können die jährlichen Ausschüttungen der Unternehmen wie ein zusätzlicher Renditeschub wirken. In Zeiten nachgebender Kurse können sie mögliche Kursverluste zumindest teilweise mindern.. Aber Achtung: Dividendenfonds können auch zeitweise in die Verlustzone geraten.

Dividendenfonds - schnell und einfach erklärt

 

Breit streuen könnte das Verlustrisiko minimieren

Ein alter Börsenspruch rät, niemals alle Eier in einen Korb zu legen. Multi Asset Fonds wie der DWS Concept Kaldemorgen oder der DWS Invest Conservative Opportunities investieren das Anlagevermögen nicht nur in Aktien, sondern auch andere Anlageklassen wie festverzinsliche Renten. Dahinter steckt die Idee, dass Verluste der einen Anlageklasse oft mit Gewinnen anderer Anlageklassen einhergehen. Insgesamt könnte auf diese Weise ein besseres Verhältnis von Chancen zu Risiken erreicht werden.

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